Veröffentlicht: 27 / 02 / 2019

Proaktive Lizenzpolitik Isah

Industrieunternehmen setzen immer mehr Software ein: ERP, PDM und PLM als Unternehmenssoftware sowie Software zur Steuerung von Maschinen und Robotern, zum Auslesen von Sensoren usw. Diese Unternehmen sind aber erst dann wirklich auf dem Weg zur Industrie 4.0, wenn es ihnen gelingt, diese Software miteinander zu verbinden. Dies kann jedoch zu einer „indirekten Nutzung“, zu einem Verstoß gegen die Lizenzbedingungen und zu Ansprüchen führen. Jurist Marcel Westphal warnt und gibt Empfehlungen an Softwareanbieter und Anwender.

Da es von Kunden verlangt wird, stellen Softwareanbieter zunehmendem sicher, dass ihre Software leicht mit der von Mitbewerbern integriert werden kann. Mit dem Vorteil, dass der ERP-Benutzer, zum Beispiel bei der Angebotserstellung, Daten aus dem PDM-System abrufen kann, ohne den PDM-Bildschirm dafür öffnen zu müssen. Bei der Abrechnuung der Lizenzgebühr treten jedoch immer mehr Probleme auf, erklärt Marcel Westphal, Rechtsanwalt der Kanzlei Westphal Johansen, Nuensen/NL. “Der Benutzer sieht nicht mehr, dass er das PDM-System indirekt verwendet. Aber der Anbieter des Systems kann das berechnen.”

Marcel Westphal empfiehlt Softwareanbietern und -kunden, die Lizenzverträge genau anzusehen. “Zum Vergleich könnten sie sich vielleicht die Lizenzbedingungen von Isah ansehen”, sagt CEO Paul van Abeelen vom Entwickler und Anbieter der ERP-Software für die Fertigungsindustrie. „Wir haben das eigentlich noch nie mit Kunden diskutieren müssen, weil wir klar beschrieben haben, was wir unter der Nutzung von Isah verstehen. Wir haben vor sieben oder acht Jahren damit angefangen, als das Tablet und das Smartphone aufkamen und externer Zugriff aktuell wurde. Der Trend ist jetzt, mit Industrie 4.0, dass Daten in Informationssystemen, wie z.B. dem ERP, ohne menschlichen Eingriff verändert werden. Dies geschieht mehr und mehr automatisch, “im Hintergrund”, nicht mehr über die Benutzeroberfläche, sondern direkt in der zugrunde liegenden Datenbank”, beschreibt Paul van Abeelen das Thema.

„Etliche unserer Kunden liefern beispielsweise an ASML (ASML ist ein weltweit führender Hersteller von Systemen für die Halbleiterindustrie). Bestellungen und Prognosen von ASML können sie manuell in ihr ERP-System übernehmen. Sie können sie jedoch auch mit der Integration der Supply Chain automatisieren, ohne dass ein Mensch dafür erforderlich ist. Oder ein anderes Beispiel, die Zeiterfassung von Mitarbeitern oder Maschinen. Sie kann manuell oder direkt über die Isah Shop Floor Control von der Maschine aus eingegeben werden. Wir nennen das ‚externe Nutzung‘ unseres Systems und unterstützen das natürlich. Wir arbeiten daran z.B. im Fieldlab Smart Connected Supplier Network. Menschen müssen nicht mehr Bestellungen wiederholen oder Stunden eingeben.”

Laut van Abeelen hat Isah das in seinem Lizenzmodell gut abgedeckt. Die verschiedenen Nutzungsformen von Personen, Applikationen und externen Systemen werden automatisch registriert. Auf dieser Grundlage kann der Kunde mit Isah abrechnen, aber er kann auch im Voraus ein Paket für eine bestimmte Anzahl von Isah-Benutzern und -Anwendungen erwerben, gemäß dem bekannten Modell für das Mobiltelefon. „Es ist gleich, wer oder was der Benutzer ist und wo er ist. Die Grundidee lautet: Wenn Daten verändert werden, ist eine Lizenzgebühr daran gebunden.”

 

Bei diesem Text handelt es sich um eine verkürzte, übersetzte Version des Artikels „Veel onduidelijkheid over verrekening ‘indirect gebruik’ software“ (Viel Unsicherheit bei der indirekten Nutzung von Software), die auf Niederländisch unter www.linkmagazine.nl veröffentlicht wurde.